07.03.2012

Bitkom „Cloud-Monitor 2012“: Jedes vierte Unternehmen nutzt Cloud Computing

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© W. Broemme / PIXELIO

Gut ein Viertel (28 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland nutzt Cloud Computing. Vorreiter beim Einsatz dieser neuen Technologie sind u.a. Finanzdienstleister. Größere Unternehmen nutzen Cloud Computing überdurchschnittlich häufig. Dabei haben rund zwei Drittel aller Nutzer mit der Cloud positive Erfahrung gemacht. Das hat der „Cloud Monitor 2012“ von KPMG und BITKOM ergeben. Die repräsentative Unternehmensbefragung ist zum ersten Mal durchgeführt worden und wird bis 2015 jährlich wiederholt.

„Zwar stehen einige Unternehmen Cloud Computing noch skeptisch gegenüber. Doch diejenigen, die bereits Erfahrungen mit Cloud Computing gemacht haben, sind in der Regel durchweg zufrieden“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf bei der Präsentation der Studie auf der CeBIT.

Beim Cloud Computing kann fast die gesamte Palette von IT-Leistungen über  Netze (meist über das Internet) bereitgestellt werden, und zwar je nach aktuellem Bedarf. Der Nutzer erhält seine IT-Leistungen in dem Maße und dem Moment, wie und wo er sie anfordert – bezahlt wird nach Nutzung.

Die weit überwiegende Zahl der Cloud-Nutzer setzt derzeit auf so genannte Private Clouds. 27 Prozent der Unternehmen nutzen diese Form des Cloud Computings, weitere 21 Prozent haben in diesem Bereich konkrete Investitionspläne für die kommenden 2 Jahre. Private Clouds sind quasi unternehmenseigen und können vom Unternehmen selbst oder von einem externen Dienstleister betrieben  werden. Fast zwei Drittel der Nutzer beurteilen ihre Erfahrungen mit der Cloud als positiv.

Nur 6 Prozent der Unternehmen nutzen schon eine Public Cloud. Hier werden ITK-Leistungen von einem externen Dienstleister über das öffentliche Internet bezogen. Daten und Anwendungen der verschiedenen Kunden werden zwar logisch getrennt, aber auf denselben physischen Rechnern gespeichert. „Public Clouds spielen im Unternehmensalltag bislang eine untergeordnete Rolle. Hauptgrund dafür ist die Angst vor Datenverlust“, sagte Kempf. Dabei zeigen die Erfahrungen der Nutzer, dass diese Angst weitgehend unbegründet ist. Vier von fünf Nutzern der Public Cloud haben positive Erfahrungen gesammelt. Zu den wichtigsten positiven Auswirkungen der Public-Cloud-Nutzung zählen eine höhere Flexibilität  der IT-Leistungen (80 Prozent der Nutzer), eine höhere Innovationsfähigkeit (70 Prozent) sowie die bessere Performance der IT-Leistungen und der mobile Zugriff auf die IT (60 Prozent).

Bruno Wallraf, Partner bei KPMG, sagte: „Unsere Umfrage zeigt, dass viele Unternehmen beim Thema Cloud Computing noch etwas unsicher und unentschlossen sind. Diejenigen, die bereits derartige Anwendungen nutzen, berichten fast ausschließlich von positiven Erfahrungen. Deshalb dürfte sich Cloud Computing schon bald weiter etablieren, zumal die Bandbreiten und das entsprechende Angebot an Dienstleistungen stark wachsen. Sicherheitsaspekte sollten Unternehmen dabei immer im Auge behalten – wobei professionelle Cloud Computing-Angebote oft sicherer sind als manche unternehmenseigene IT-Netze.“

Verbraucher nutzen Cloud-Dienste schon viel häufiger als Unternehmen. Drei Viertel aller Deutschen sind online. Wiederum fast drei Viertel aller Onliner legen Dateien wie Fotos, Videos oder Dokumente in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing oder StudiVZ ab, bei den unter 30-Jährigen sind es gar 90 Prozent. Das ergab eine repräsentative Verbraucherbefragung zur Cloud-Nutzung von Aris im Auftrag des BITKOM. „Die Wolke wird für immer Verbraucher zu dem Speicherort schlechthin für ihre privaten Dateien“, sagte Kempf. Foto- oder Videoplattformen im Internet nutzt jeder fünfte User als Speicher für Dateien, Postfächer bei Email-Anbietern jeder sechste, spezielle Speicher-Anbieter wie Dropbox schon jeder achte. Die meisten Nutzer legen im Internet ihre Fotos ab. Schon beinahe jeder vierte Onliner pflegt dort sein Adressbuch oder seinen Terminkalender. Hier hat sich der Anteil im Vergleich zum Vorjahr jeweils verdoppelt. „Die meisten Verbraucher nutzen Cloud Computing derzeit für Entertainment-Angebote. Doch gerade Business-nahe Anwendungen wie die Online-Pflege von Terminen oder Adressen nehmen stark zu“, so Kempf. Laut Umfrage legt nur jeder fünfte Nutzer bewusst keine Daten im Internet ab. (ML)

 

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